Wir angeln nicht nur …

Gewässerrenaturierung und Naturschutz sind uns ebenso wichtig, aus diesem Grund sind wir als gemeinnütziger Verein anerkannt worden. Wir sind der Meinung, dass heutzutage Besatz nicht das alleinige Mittel zur Bestandsverbesserung ist. Wir müssen die Lebensräume unserer Salmoniden verbessern, um für qualitativ bessere Fische und damit für eine bessere, spannende Angelei zu sorgen. In den Wintermonaten beschäftigen wir uns daher mit dem Einbringen von Totholz zur Verbesserung der Strömungsverhältnisse und dem Nahrungsangebot des Gewässers. Kiesbetten werden als Laichplätze und Kinderstuben für Salmoniden eingebracht und Bäume beschnitten, um für mehr Licht für Pflanzenwachstum in den Bächen zu sorgen.


Hauptsächlich bauen wir “Klein-Buhnen” als Strömungslenker. Diese lassen sich unkompliziert und kostenlos herstellen. Diese “Klein-Buhnen”  erfüllen viele Zwecke. Zum einen lenken sie die Strömung, sorgen so dafür, dass sich das Bachbett vom Sand befreit und kiesige Strukturen entstehen. Im Strömungsschatten der Buhnen lagern sich der Sand und Sedimente ab, so dass die Buhnen mit der Zeit nicht mehr als menschlicher Eingriff zu sehen sind. Im Strömungsschatten finden vor allem Kleinlebewesen (Fisch-Nährtiere) Nahrung. Und bei Hochwasser bieten die Strömungsschatten den Jungfischen Schutz vor Verdriftung. Aber wir arbeiten auch mit Kies, um beispielsweise Laichbetten anzulegen. Derzeit erproben wir auf einem ca 1.000 Meter langen Stück eine besondere Mischung. Sie setzt sich nicht nur aus feinem Kies zusammen, sondern enthält anteilig Steine bis zu 30 cm Durchmesser (80% 2-32 mm, 20% 80-300 mm). Dies soll der Kiesschüttung besseren Halt und somit Schutz vor Verdriftung bei Hochwasser geben. Einige unserer Renaturierungsprojekte finden Sie nach Jahren geordnet weiter unten.

2014

Renaturierung der Schmalen Aue bei Nindorf

Diese Maßnahme wurde mit öffentlichen Geldern finanziert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf ca 15.000 Euro. Dafür wurden ca 400 t Kies (80% 2-32 mm, 20% 80-300 mm) und 30 t Findlinge im Durchmesser von 50-100 cm verbaut. Totholz wurde ebenso an einigen Stellen eingebracht. Die Planung dauerte Über ein Jahr, die Umsetzung ging dank Maschineneinsatz vom Unterhaltungsverband recht zügig. Die Strecke war, insbesondere im Winterhalbjahr nach Absterben der Unterwasser-Vegetation stark versandet und nahezu fischleer. Schon kurz nach Beendigung der Arbeiten fanden sich Bachneunaugen und  größere Bachforellen (bis 40 cm) ein. Es wurden ca 70 Kies-Buhnen, 3 Laichbetten und mehrere Kolke angelegt.

Im Jahr 2015 wurde die Strecke im Rahmen einer Masterarbeit per E-Befischung untersucht. Die Ergebnisse aus dieser Untersuchung waren mehr als zufriedenstellend. So wurde z. T. eine 4-6 fach höhere Bachforellen-Population als in einem Referenzabschnitt festgestellt. Auch die von uns angelegten Laichbetten funktionieren, da in ihnen eine ausreichende Sauerstoffversorgung in mehreren, zeitlich aufeinanderfolgenden Messungen festgestellt wurde.

Der Abschlussbericht der Masterarbeit von Alexander Seggelke, dem ich an dieser Stelle herzlich danke, ist hier zu finden.

LOW_Abschnitt III_DSCI2915 LOW_Abschnitt III_DSCI2907 Bachneunaugen_LOW_Abschnitt III_DSCI2901 Ollsen_04_RauscheGumpenTotholz_DSCI4278 DSCI4750

 

 

 

 

 

2012

Renaturierung der Schmalen Aue bei Ollsen

Anlässlich des “Naturparktages” hat der Pachtverein eine ca 300 Meter lange Strecke wiederbelebt.

Die Ufersohle der Aue war aufgrund ihrer Überbreite stark versandet, wie man auf den Bildern gut erkennen kann. Der Lauf der Aue musste also beschleunigt werden, um die Selbstreinigungskraft durch abwechslungsreichere Strömung wieder herzustellen.

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Mittels ca 30 “Klein-Buhnen” wurde die Strömung variiert.

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Des weiteren wurde durch eine massive Schüttung von Feldsteinen eine Rampe gebildet, die einen tiefen Kolk freigespült hat. Das Bild entstand direkt nach dem Einbau der Rampe. Der Kolk ist hier noch nicht ausgebildet. Nach den ersten Hochwassern hat er nun eine Tiefe von über 1,5 Metern.

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Hier ist die neu entstandene Gewässerdynamik gut zu erkennen:

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