Die Äsche war einst die dominierende Salmonidenart in unseren Heidegewässern. Die “Alten” berichten davon, dass auf eine gefangene Bachforelle 4 Äschen kamen. Diese Zeiten sind, wie in vielen Revieren, längst vorbei. Der verheerende Kormoranwinter wird gern und of als Ursache herbei gezogen. Detaillierte Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass dieser Winter 1996/97 zwar verheerend war, dennoch aber nur der letzte Sargnagel für den Äschenbestand war. Die Ursachen für das Verschwinden der Äsche muss also “tiefgründiger” sein. Wir vermuten, dass vor allem ökologische Veränderungen stark dazu beigetragen haben.

Seit 2009 hat der Pachtverein Hamburger Angler e. V. beschlossen, (viel) Geld für die Aufstockung des Äschenbestands in die Hand zu nehmen. So wurden, einem Initialbesatz ähnlich Äschen in diversen Altersjahrgängen besetzt. Hierzu wurden geeignet erscheinende Äschen aus der Rhön erworben. Leider schien dieser Besatz nicht besonders erfolgsversprechend zu sein.

Dafür kann es mehrere Gründe geben. Ein wichtiges Hindernis scheint uns, dass diese Äschen nun plötzlich Naturnahrung zu sich nehmen müssen, die ihnen aber durch die bisherige Fütterung im Aufzuchtteich mit Pellets völlig fremd ist. Hinzu kommt, dass sich diese Fische nun mit der Strömung in unseren Bächen auseinandersetzen müssen – was bei fehlender Nahrungsaufnahme schnell dazu führt, dass die Äschen verhungern. Daher sind wir dazu übergegangen einen Teil der Zuchtäschen in einem Naturteich an Natürliche Nahrung zu gewöhnen und sie dann zu besetzen.


Im Detail läuft das so ab: Seit 2012  besetzen wir dazu im Frühjahr einen vereinseigenen Teich mit ca 1.000 sömmrigen Äschen und reduzieren kontinuierlich die Futtermenge bis zum Herbst. Ab dann sind die Äschen komplett auf das natutürlich vorkommende Futter angewiesen. Im Frühjahr Fischen wir ca 700 verbliebene Äschen ab und besetzen diese im Revier. So wie es scheint, mit Erfolg (Fangstatistik). Denn seit Beginn dieser Maßnahme steigen die Äschenfänge an, ob es an der  Strategie der “Auswilderung” liegt, werden die nächsten Jahre zeigen.

Daneben können  wir den Fund von Jungäschen (ein- und zweisömmrig) aufgrund natürlicher Reproduktion in unserem Abschnitt der Seeve nachweisen. Dies gibt uns besonders viel Hoffnung.